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"Sollten wir nicht von einem Nebeneinander weg zu einem Miteinander, um dies auch zu gewährleisten, müssen wir den DIALOG fördern und fordern, nur wenn die Mehrheits,- und die Minderheitsgesellschaft sich kennen, können wir auch ein friedliches MITEINANDER erreichen."

Adnan Dincer

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Bildung der MigrantInnen fördern Drucken E-Mail
Montag, 23. November 2009

Ein oft geäußerter Wunsch war und ist  die Behandlung bzw. Betreuung von MigrantInnen in ihrer Muttersprache. Dies würde zu einem großen Vertrauensgewinn gegenüber den Ärzten, Krankenhäusern etc. führen.

Auch wenn Dolmetscherdienste schon ein gutes Angebot für nicht gut Deutsch sprechende MigrantInnen ist, so kann dieser indirekte Kontakt mit dem Arzt bzw. Betreuer etc. nicht gleichgesetzt werden mit dem direkten Kontakt. Dieser direkte Kontakt verhin­dert Übersetzungsprobleme, beseitigt die doppelte Überwindung, die ein sich offen­legen vor dem Arzt und vor dem Dolmetscher darstellt, und ist besonders wichtig in hochsensiblen Bereichen, wie Gynäkologie und Psychotherapie.

Es ist sehr wichtig, besonders das Angebot an Fachkräften mit Migrationshintergrund zu fördern. Dies könnte in Form von besonderen Stipendien für die Ausbildung im Gesundheits- oder Sozialbereich geschehen, begleitet von Kampag­nen, die vor allem Kinder von MigrantInnen zur Wahl eines solchen Ausbildungswe­ges animieren.
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 6. November 2009 )
 
Die Erwartungen der Migranten an das aufnehmende Land Drucken E-Mail
Montag, 23. November 2009

Viele MigrantInnen haben hohe Erwartungen und Hoffnungen, wenn sie nach Öster­reich kommen, die meistens nicht in dieser Form eintreten. Die hohen Erwartungen betreffen nicht nur einen höheren Wohlstand, sondern sind teilweise vielseitiger di­mensioniert. Einige MigrantInnen kommen nach Österreich, um hier eine gesicherte Arbeit zu finden, damit sie ihre Familie in der Heimat finanziell unterstützen können, andere wollen ihren Kindern bessere Lebensbedingungen bieten (besser Ausbil­dungsmöglichkeit, mehr soziale Sicherheit, bessere Gesundheitsversorgung,…). Es gibt noch viele zahlreiche Gründe, wie bspw. Neugierde, Familienzusammenführung, doch eines haben alle gemeinsam, nämlich die Hoffnung auf ein schönes, angeneh­mes Leben, Freunde zu finden, mit Respekt behandelt zu werden, sprich sich im neuen Land einfach wohl zu fühlen.

Schließlich können auch traumatische Erlebnisse im Herkunftsland (Krieg, Hun­gersnot, Folterung) sowie während des Migrationsprozesses (Entwurzelung, Flucht) selbst, die Lebenssituation und Gesundheitslage von Migrantinnen und Migranten maßgeblich beeinflussen. Spezifische Krankheitsbilder bei einem Teil der Migrations­bevölkerung erfordern hochspezialisiertes therapeutisches Wissen.
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 5. November 2009 )
 
Die Herkunft Drucken E-Mail
Sonntag, 22. November 2009

Die Herkunft, die Traditionen und Gewohnheiten eines jeden Migranten und einer je­den Migrantin bestimmen die Anpassung an unser Gesundheitssystem. Es gibt unter­schiedliche Heilpraktiken in den verschiedenen Ländern. Aus Gewohnheit werden diese alternativen Heilpraktiken auch in Österreich weitergeführt, was grundsätzlich nicht negativ aufzufassen ist. Immerhin behandeln sich MigrantInnen aus diesen Ländern häufig eigenständig. Es zeigt sich, dass MigrantInnen erst sehr spät einen Arzt aufsuchen und im Gegensatz zu den Österreichern und Österreicher dieser Arztbesuch stärker an Krankheit und Unfall, als an Prävention oder Beratung gebunden ist. Dieser Umstand erspart den Kran­kenkassen Kosten, da solche MigrantInnen nicht wegen jeder Kleinigkeit einen Arzt aufsuchen. Andererseits stellt ein verspäteter Arztbesuch ein erhöhtes gesundheit­liches Risiko für den Betroffenen dar. Darunter fällt auch das Problem des falschen Umgangs mit Krankheiten, die dem Betroffenen nicht bekannt sind.

Zu berücksichtigen ist auch die Erfahrung der MigrantInnen mit der medizinischen Versorgung ihres Landes. Großteils haben die MigrantInnen eine verhältnismäßig schlechtere medizinische Versorgung in ihrem Land als sie es in Österreich vorfin­den. Das hiesige Gesundheitssystem wird daher als sehr gut eingeschätzt. Aufgrund dessen werden negative Erfahrungen mit dem österreichischen Gesundheitssystem größtenteils kompensiert bzw. akzeptiert.

 
Die Bildung Drucken E-Mail
Samstag, 21. November 2009

Es wird als selbstverständlich angenommen, dass ein hoher Bildungsstand und eine hohe Qualifikation die Integration, das Zurechtfinden in unser System erleichtert. Häufig reichen die Ausbildung und Qualifikationen, die MigrantInnen in ihrem Land erworben haben, in Österreich nicht aus, um hier einen ähnlichen Lebensstandard zu führen. Genauso besteht allerdings das Problem, das Ausbildungen im Herkunftsland in Österreich nicht oder nur schwer anerkannt werden.

Viele MigrantInnen finden in ihrem Herkunftsland nicht die Möglichkeiten der Ausbil­dung vor, wie sie in Österreich angeboten werden. Die Flexibilität der Weiterbildung, bzw. das Erlernen neuer Fähigkeiten ist ab einem gewissen Alter umso schwieriger. Dazu zählt auch das Erlernen der neuen Sprache.

Auch in diesem Bereich sind Migrantinnen gegenüber Migranten stärker benachtei­ligt. Weiters sei zu berücksichtigen, dass oftmals nur das Sprechen gelernt wird, Lesen- und Schreiben lernen jedoch vernachlässigt wird.

 

 
Die Familienstruktur Drucken E-Mail
Freitag, 20. November 2009

Einen großen Unterschied gibt es zwischen Migranten und Migrantinnen selbst. Migrantinnen aus afrikanischen und asiatischen Länder werden oft danach erzogen, sich dem Mann unter zu ordnen. Vor allem das fehlende eigenständige Aufenthalts­recht ausländischer Ehefrauen bringt sie häufig in eine gesundheitsschädigende (physisch und psychische) Abhängigkeit von ihrem Ehepartner, der in manchen Fäl­len bereits Österreicher ist.

Unsicherheit und Ängste sind da, wenn sie sich von ihrem Mann scheiden lassen würde, das die Behörde ihnen Probleme machen könnte, bezüglich der Aufenthaltgenehmi­gung, obwohl sie hier bereits in der Arbeitswelt integriert sind.

Viele Migranten und Migrantinnen wachsen in Großfamilien auf. Sie sind es nicht gewohnt über einen längeren Zeitraum alleine zu sein. In Österreich ist heutzutage das Aufwachsen in Kleinfamilien üblich. In den Städten wohnen viele Menschen sogar alleine. Man kennt in vielen Ländern, vor allem in armen Ländern nicht die Form des Rentensystems wie es hier üblich ist, sondern die Altersversorgung erfolgt über die Kinder und über Verwandte.
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 5. November 2009 )
 
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