Arbeitnehmerveranlagung 2012
Montag, 17. Januar 2011

Allgemeine Informationen

Ihre Lohnsteuer wird so berechnet, als ob Sie das ganze Jahr über gleich viel verdient hätten. Wenn Ihr Einkommen aber geschwankt hat – z.B. wegen eines Jobwechsels – zahlt sich eine Arbeitnehmerveranlagung aus. Hierbei wird die Steuer neu berechnet und gleichmäßig übers Jahr verteilt. Häufig stellt sich dabei heraus, dass man zu viel bezahlt hat und es gibt eine Lohnsteuergutschrift direkt auf Ihr Konto. Sollte es in Ihrem Fall jedoch zu einer Steuernachzahlung kommen, können Sie, wenn kein Pflichtveranlagungsgrund vorliegt, den Antrag auf Arbeitnehmerveranlagung zurückziehen.

Bei der Arbeitnehmerveranlagung können Sie nach Ablauf des Jahres Folgendes geltend machen:

  • Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag einschließlich Kinderzuschlag (auch wenn dieser schon gegenüber der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber geltend gemacht)
  • Unterhaltsabsetzbetrag
  • Mehrkindzuschlag (nur mit dem Papierformular E4)
  • Kinderfreibetrag (Formular L1k)
  • Pendlerpauschale (soweit nicht schon gegenüber der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber geltend gemacht)
  • Zusatzbeitrag in der Krankenversicherung für mitversicherte Angehörige
  • eventuell Pflichtversicherungsbeiträge aufgrund einer geringfügigen Beschäftigung
  • eventuell Freibeträge für:
    • Werbungskosten
    • Sonderausgaben
    • Außergewöhnliche Belastungen (z.B. aufgrund einer Behinderung)
    • Amtsbescheinigungen und Opferausweise

 

Ausführliche Informationen unter:

Das Steuerbuch 2011 des Bundesministeriums für Finanzen bietet nützliche Tipps für Lohnsteuerzahlerinnen/Lohnsteuerzahler.

Wann kann ein Antrag auf freiwillige Arbeitnehmerveranlagung gestellt werden?

Wer eine Lohnsteuergutschrift erwartet, kann von sich aus beim Finanzamt die Arbeitnehmerveranlagung einreichen.

Lohnsteuerpflichtige (Angestellte, Arbeiterinnen/Arbeiter, Beamtinnen/Beamte, Pensionistinnen/Pensionisten) werden vom Finanzamt im Rahmen der sogenannten "Arbeitnehmerveranlagung" (früher: Jahresausgleich) zur Einkommensteuer erfasst.

Eine Lohnsteuergutschrift ist normalerweise in folgenden Fällen zu erwarten:

  • Wenn Sie während des Jahres unterschiedlich hohe Bezüge erhalten haben und die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber keine Aufrollung durchgeführt hat
  • Wenn Sie während des Jahres die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber gewechselt haben oder nicht ganzjährig beschäftigt waren
  • Wenn Sie aufgrund der geringen Höhe Ihrer Bezüge Anspruch auf "Negativsteuer" (Steuergutschrift) haben
  • Wenn Sie Anspruch auf den Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag oder auf ein Pendlerpauschale haben, der oder das bei der laufenden Lohnverrechnung nicht berücksichtigt wurde
  • Wenn Sie Freibeträge für Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geltend machen, die noch nicht in einem Freibetragsbescheid berücksichtigt wurden
Frist:

Für den Antrag auf Durchführung einer Arbeitnehmerveranlagung (Arbeitnehmerveranlagung – Antrag – L1) haben Sie fünf Jahre Zeit (z.B. kann der Antrag für 2010 bis Ende Dezember 2015 gestellt werden).

Sie können Ihren Antrag zur Arbeitnehmerveranlagung auch über FinanzOnline elektronisch an das Finanzamt übermitteln. Selbstverständlich ist es weiterhin möglich, Ihren Antrag per Post zu senden oder persönlich bei Ihrem zuständigen Finanzamt abzugeben. Das Finanzamt bearbeitet die Anträge in der Reihenfolge des Einlangens.
zuständige Behörde:

Das Wohnsitzfinanzamt

Das Finanzamt führt auf Ihren Antrag eine Arbeitnehmerveranlagung durch und überweist die Lohnsteuergutschrift auf Ihr Konto.

Hinweis: Legen Sie den Erklärungen zur Durchführung der Arbeitnehmerveranlagung bitte keine Lohnzettel bei. Sie werden von der Arbeitgeberin/vom Arbeitgeber (oder der pensionsauszahlenden Stelle) dem Finanzamt übermittelt.


Wann sind Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet?

  • Arbeitnehmerveranlagung (Arbeitnehmerveranlagung – Antrag – L1)

    Unter folgenden Voraussetzungen müssen Sie eine Arbeitnehmerveranlagung (Pflichtveranlagung) durchführen:

    Wenn Ihr Einkommen im Jahr 2010 12.000 Euro übersteigt und folgende Punkte zutreffen:

    • Wenn Ihnen der Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag nicht zusteht, aber bei der laufenden Lohnverrechnung berücksichtigt worden ist.
      Frist: 30. September des Folgejahres
    • Wenn Sie im Kalenderjahr zumindest zeitweise gleichzeitig zwei oder mehrere lohnsteuerpflichtige Einkünfte bezogen haben, die beim Lohnsteuerabzug nicht gemeinsam versteuert wurden (z.B. Firmenpension neben ASVG-Pension).
      Frist: 30. September des Folgejahres
    • Wenn Sie eine Pendlerpauschale zu Unrecht oder in unrichtiger Höhe in Anspruch genommen haben oder Ihrer Meldepflicht über die Änderung der Verhältnisse nicht nachgekommen sind. Frist: 30. September des Folgejahres
    • Wenn Sie unrichtige Angaben für die Steuerbefreiung von Kinderbetreuungskosten abgegeben haben oder Ihrer Meldepflicht über die Änderung der Verhältnisse nicht nachgekommen sind. Frist 30. September des Folgejahres
    • Wenn die in einem Freibetragsbescheid für das Kalenderjahr ausgewiesenen Beträge nicht in der ausgewiesenen Höhe zustehen. Frist 30. September des Folgejahres
  • Einkommensteuererklärung (Einkommensteuererklärung – E1)

    • Wenn Sie neben lohnsteuerpflichtigen Einkünften andere Einkünfte (z.B. aus Werkverträgen, Einkünfte als Neue Selbstständige) von insgesamt mehr als 730 Euro erhalten haben. Endbesteuerte Kapitalerträge sind hier nicht einzurechnen. Legen Sie eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, Bilanz oder Überschussrechnung bei.
      Frist: 30. April bzw. 30. Juni (bei Onlineerklärungen) des Folgejahres

Wann werden Sie vom Finanzamt zu einer Pflichtveranlagung aufgefordert?

Wenn Sie von sich aus keine Erklärung zur Arbeitnehmerveranlagung abgeben oder abgeben müssen, wird Sie das Finanzamt in folgenden Fällen zur Einreichung einer Erklärung auffordern (durch Zusendung eines Formulars L1) und eine Pflichtveranlagung durchführen:

  • Wenn Ihnen im Kalenderjahr Krankengeld aus der gesetzlichen Sozialversicherung oder Bezüge nach dem Heeresgebührengesetz (z.B. für Truppen- oder Kaderübungen) ausbezahlt, Bezüge aus einem Dienstleistungsscheck vorliegen oder Sozialversicherungspflichtbeiträge rückerstattet worden sind oder
  • Wenn Zahlungen aus dem Insolvenz-Entgelt-Fonds bezogen wurden oder
  • Wenn für das jeweilige Kalenderjahr ein Freibetragsbescheid ausgestellt worden ist – eine Pflichtveranlagung ist hier aber nur durchzuführen, wenn der Freibetragsbescheid zu hoch war

Warum kommt es bei zwei oder mehreren lohnsteuerpflichtigen Bezügen zu Nachzahlungen?

Jede bezugs- oder pensionsauszahlende Stelle berechnet die Lohnsteuer grundsätzlich nur für die von ihr ausbezahlten Bezüge oder Pensionen. Insgesamt ergibt sich dadurch eine zu geringe Lohnsteuer.

Bei der Arbeitnehmerveranlagung werden diese Bezüge so besteuert, als hätten Sie den Gesamtbetrag in Form eines Bezugs erhalten. Sie werden also jemandem gleichgestellt, der nur ein Dienstverhältnis hat, aber ebensoviel Gehalt oder Pension bezieht, wie Ihnen aus mehreren Bezügen zugeflossen ist.


Kann es bei einer Arbeitnehmerveranlagung zu Vorauszahlungen kommen?

Einkommensteuerpflichtige müssen in Höhe der voraussichtlichen Einkommensteuer vierteljährlich Vorauszahlungen entrichten.

Bei Lohnsteuerpflichtigen kann es dann zu Vorauszahlungen kommen, wenn die Nachzahlung mehr als 300 Euro beträgt. In diesen Fällen können ausnahmsweise (z.B. wenn erstmals zwei Bezüge nebeneinander anfallen) in einem Jahr die Nachzahlung für das vorangegangene Jahr mit der Vorauszahlung für das laufende Jahr zusammentreffen. Andererseits ersparen Sie sich allfällige Nachzahlungen für das laufende Jahr.


Wie werden mehrere Pensionen versteuert?

Bei gleichzeitigem Bezug von mehreren Pensionen (z.B. gesetzlichen Pensionen, Beamtenpensionen, Pensionen aus einem früheren Dienstverhältnis zu einem Bundesland, Pensionen aus inländischen Pensionskassen bzw. Unfallrenten) ist eine gemeinsame Versteuerung verpflichtend, um Nach- und Vorauszahlungen zu vermeiden.

Beispiel:

Wenn jemand eine Pension vom Bund oder Land und zusätzlich eine Witwenpension von der Pensionsversicherungsanstalt der Angestellten erhält, wird von jener auszahlenden Stelle, die die höhere Pension ausbezahlt, die auf beide Bezüge entfallende Lohnsteuer einbehalten.

Hinweis: Wenn Sie neben Ihrer ASVG-Pension auch eine Firmenpension erhalten, entfällt die Pflicht zur gemeinsamen Versteuerung. In diesen Fällen kann aber die ehemalige Arbeitgeberin/der ehemalige Arbeitgeber die Auszahlung und Versteuerung Ihrer ASVG-Pension übernehmen (er oder sie ist dazu jedoch nicht verpflichtet).

Quelle: http://www.help.gv.at/Content.Node/34/Seite.340000.html 

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Letzte Aktualisierung ( Montag, 3. Februar 2014 )