Probleme im Gesundheitsbereich
Freitag, 27. November 2009

Die wichtigsten Probleme, auf die ich im Gesundheitsbereich gestoßen bin, haben einen wesentlichen Einfluss auf das Vertrauen und die Inanspruchnahme von ärztli­cher Betreuung und Prävention. Obwohl das Gesundheitssystem prinzipiell als sehr gut eingeschätzt wird, muß trotzdem erwähnt werden, das immer wieder auf das selbe Problem gestoßen wird: das die MigratenInnen einegewissen Scheu vor der Inanspruchnahme von ärztlicher Hilfe haben und dadurch ein Arztbesuch nur im Notfall wahrgenommen wird.

Apparatemedizin

Die westliche „Apparateme­dizin“ ist bemüht, Krankheiten zu systematisieren und zu vereinheitlichen, anzuglei­chen und nicht auf die speziellen Bedürfnisse Einzelner bzw. einzelner Bevölkerungs­gruppen einzugehen. die Ärzte nehmen sich zu wenig Zeit, dass nicht auf alternative Heilmethoden eingegangen wird, dass zu wenig Sensibilität für andere kulturelle Hintergründe herrscht, und dass man von einem Arzt zum anderen geschickt wird. der das Vertrauen in die Ärzte schrump­fen lässt.

 „Krankheit ist zwar eine einheitliche menschliche Erfahrung, die aber von soziokultu­rellen Regeln gestaltet wird.“ (Zitat aus Zebra 2003, S.57)

Der Ansatz der interkulturellen Psychiatrie setzt beim interkul­turellen Verständnis an. Das bedeutet, dass es nötig ist, dass ein Arzt interkulturelle Kompetenz hat, also einschätzen kann, welche Faktoren sind kulturell bestimmt, wo betrete ich sensibles Land. Soziale Kompetenz bedeutet die Fähigkeit angemessen und erfolgreich mit Angehörigen anderer Kulturen zu kommunizieren (vgl. Zebra 2003, S.71f).

 

Die Hindernisse in der Prävention

Die beiderseitige Unkenntnis von kulturellen Codes beeinträchtigt die Integration und führt auf der einen Seite häufig zu Vorurteilen und Ablehnung und auf der an­deren Seite zu Isolation und Frustration. Dies unterstreicht auch eine vom Ludwig Boltzmann-Institut in Auftrag gegebene Studie an 800 türkischen Frauen, die ergab, dass sehr viele dieser Frauen Arztbesuche meiden. Die Gründe hierfür sind die Unsicherheit im Umgang mit den ÄrztInnen, sprachliche Probleme sowie das schwie­rige weibliche Rollenverständnis.

Obwohl elf Mal so viele Türkinnen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben wie an Brustkrebs, werden die Risikofaktoren der neuen Umgebung von zahlreichen Migrantinnen nicht wahrgenommen. Sie sind oft sprachlich und sozial iso­liert, und sind über die Belastung durch die Ernährungsumstellung in den Emigrati­onsländern nicht ausreichend informiert. Präventionsprojekte lösen langsam einen Umdenkprozess aus.

(vgl.  http://www.zebra.or.at/zebratl/2k1/2/leibundseele.htm , )

 

Hier wird deutlich, dass es in diesem Bereich an der gezielten Einsetzung von Ver­trauenspersonen mangelt, die Aufklärungsarbeit im Gesundheitsbereich leisten könn­ten. Dieser Bereich ist stark verflochten mit dem Problem des Informationsmangels von MigrantInnen.

 

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Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 25. November 2010 )