Türkei – Stellenwert von Religion
Mittwoch, 25. November 2009

Der Ursprung der türkischen Kultur beruht auf der schamanistischen Ur-Kultur der Nomaden Mittelasiens. In dieser Ur-Kultur wurde das Pferd zum ersten mal als Reittier genutzt. Auch andere Wildtiere wie Hunde, Büffel, Rentiere wurden relativ früh domestiziert. Sie kannten auch schon u.a., die Filz-Herstellung, Milchprodukte und andere Woll-Erzeugnisse.

 

Die frühen Türken hoben sich aus dieser Ur-Kultur, mit ihrem individuellen Stammesgesetz ,,Töre,, ab. Die damals schamanistischen, türkischen Stämme hatten alle ihr individuelles Totem-Tier ( Totemismus ) wovon sich auch der Name ihres Stammes ableitete. Neben den unterschiedlichen Stammesnamen blieb aber das Bewusstsein für die Zugehörigkeit zu den Türken immer erhalten. Die Stämme die der,,Töre,, treu waren, wurden ,,Törük,, ( die Töre-Treuen) genannt ( auch Török, Türük.. wurde zu Türk ).

Religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung 

Seit der Gründung der Republik im Jahre 1923 ist die Türkei ein säkularisiertes Land.

Die Umwandlung begann mit der Abschaffung des Kalifats im März 1924. Dieser folgte die Säkularisierung und die anderen Reformen wie Kleiderreform, Abschaffung religiöser Sekten, Anerkennung des westlichen Kalenders (demzufolge ist der offizielle Feiertag nicht mehr Freitag, sondern Samstag und Sonntag) und 1937 eine säkularisierte Verfassung. In der Türkei werden alle religiösen Belange durch eine zentrale Regierungsorganisation, nämlich das Präsidium für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet İşleri Başkanlığı), geregelt, die dem Premierminister unterstellt ist.

Es besteht Religionsfreiheit für die Gemeinden der Orthodoxen, Armenier, Katholiken, Protestanten und Juden.

Rund 99 Prozent der türkischen Bevölkerung sind - zumindest nominell - Muslime, darunter ein Anteil Aleviten, über den es unterschiedliche Schätzungen gibt. Diese reichen von 15% bis zu einem Drittel der türkischen Muslime, meist zwischen 15-25%.

Außerdem leben in der Türkei ca. 0,2 % Christen (125.000) (neue Studie von 2006) und etwa 0,04 % Juden (23.000). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten noch etwa 20 % Christen auf dem Gebiet der heutigen Türkei. Die größte Gruppe unter den Christen bilden die etwa 65.000 Angehörigen der Armenischen Apostolischen Kirche und der Armenisch-Katholischen Kirche. Dazu kommen ungefähr 2000 griechisch-orthodoxe Christen (die überwiegend in Istanbul leben) und schätzungsweise 2000 syrisch-orthodoxe, syrisch-katholische und chaldäisch-katholische Christen (siehe auch: Aramäer in der Türkei).

 

Moslem: wer sich Gott anvertraut

Die Türken sind den anderen religiösen Glauben gegenüber durchaus tolerant und haben, verglichen mit anderen islamischen Kulturen, eine gemäßigte Art, die Religion auszuüben.

Eine unoffizielle Bemerkung: Ein Grossteil der Muslime genießt weltliche Vergnügungen wie Tabak und Alkohol, worauf sie während religiöser Perioden wie Ramadan oder Kandil aus Respekt verzichten. Während des Fastenmonats Ramadan wird ein guter Muslim tagsüber nichts zu sich nehmen, nicht einmal eine Briefmarke ablecken. Manche kleinere Restaurants und Nachtklubs sind während des Ramadan geschlossen.

Şeker Bayramı (Zuckerfest) dauert drei Tage. Es ist das Fest, das den Monat Ramadan abschließt.

Kurban Bayramı (Opferfest) gedenkt der Aufopferung von Abraham und dauert vier Tage.  Am Ende dessen findet die Wallfahrt nach Mekka (Hac) statt. Am ersten Tag der religiösen Feste sind die Geschäfte geschlossen. Die öffentlichen Versorgungsbetriebe sind während der religiösen Feste geschlossen. Kandils des Mondkalenders sind heilige Tage, aber keine religiösen Feiertage. Die religiösen Feste sind nicht nur kulturelle und geistige Zelebrationen, sondern auch eine gute Gelegenheit zu einer Ferienwoche d.h. drei bis vier Tage verlängertes Wochenende, um der Hektik der Stadt zu entfliehen.
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Letzte Aktualisierung ( Samstag, 25. September 2010 )